Berufsbegleitend studieren

Sie wollen sich neben dem Job noch weiterbilden oder beruflich weiter spezialisieren? Kein Problem, denn berufsbegleitend zu studieren ist an fast jeder Hochschule möglich! Wir haben dazu alle Infos für Sie sowie die passenden Studien und Anbieter!

Berufsbegleitend studieren: ein Überblick

Das berufsbegleitende Studium ist sehr beliebt. Nach der Studierenden-Sozialerhebung von 2019 halten sich etwa 22 Prozent aller Studierenden (das sind ca. 65.000 Studierende) in erster Linie für erwerbstätig und nebenbei studierend. 2015 waren es 20 Prozent, 2011 noch 19 Prozent.

Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen schreitet die Akademisierung immer weiter voran – viele geben sich nicht mehr mit einem Zertifikat zufrieden, sondern wollen gerne einen akademischen Titel erreichen. Das ist durch die Bologna-Reform, also durch die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen, schneller zu erreichen. Denn ein Bachelorabschluss ist schon in sechs Semestern und ein Masterabschluss in drei bis vier Semestern möglich, der Magister oder das Diplom haben länger gedauert.

Ein weiterer Vorteil vom Bachelor- und Masterabschluss: Sie können sich beim Master noch einmal spezialisieren oder einen nicht-konsekutiven Master wählen. Das bedeutet, er baut nicht auf einem Bachelorstudium auf und Sie haben so die Möglichkeit, mit dem Master in eine komplett neue Richtung zu gehen.

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Ein weiterer Punkt für die gestiegene Nachfrage nach berufsbegleitenden Studien: die fortschreitende Digitalisierung. Bekam man früher alle Studienhefte postalisch nach Hause geschickt und war daher beim Lernen entweder an zu Hause gebunden oder musste die Unterlagen immer mitschleppen, reicht heute eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, Laptop oder Tablet, um alle Unterlagen bei sich zu haben und lernen zu können. Denn mittlerweile verfügen die Fernhochschulen alle über einen Onlinecampus, über den Sie auf die verschiedenen Studienangebote zugreifen können.

An klassischen Universitäten und Hochschulen kann das digitale Angebot noch nicht so gut ausgebaut sein, aber auch da entwickeln sich die technischen Angebote immer weiter. Durch Corona wurde diese Entwicklung positiv beschleunigt, da sich die Hochschulen Lösungen einfallen lassen mussten, wenn ein Präsenzunterreicht nicht möglich ist.

Welche Studien gibt es berufsbegleitend?

Student sitzt in seinem Wohnzimmer am Laptop

Bei den Studien haben Sie die freie Wahl, denn eigentlich kann fast alles berufsbegleitend studiert werden. Für nahezu jeden Fachbereich gibt es passende berufsbegleitende Studien und/oder Fernstudiengänge. Dabei sollten Sie die Unterschiede zwischen einem Fernstudium und einem berufsbegleitenden Präsenzstudium beachten.

Denn in einigen Bereichen, zum Beispiel bei medizinischen Studien, sind Präsenzphasen unverzichtbar, sodass sich dort kein Fernstudium anbietet. Wenn Sie aber in Bezug auf die Studienform flexibel sind, können Sie unter hunderten Studien frei wählen und werden sicher fündig.

Berufsbegleitendes Studium finden

In unserer Datenbank finden Sie berufsbegleitende Studien und können dort nach Studienform, Abschluss und Studiengängen filtern. So finden Sie sicher ganz schnell Ihr gesuchtes Studium.

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Wie läuft ein berufsbegleitendes Studium ab?

Das berufsbegleitende Studium kann etwas länger dauern als ein klassisches Vollzeitstudium, denn Sie haben in der Regel auch nicht so viel Zeit zum Lernen, da Sie zusätzlich noch arbeiten gehen. Oft dauert die berufsbegleitende Variante aber auch nicht unbedingt länger. Informieren Sie sich dazu am besten direkt bei der Hochschule Ihrer Wahl. In der Regel gibt es (gerade bei Fernstudien) auch immer die Möglichkeit, die Regelstudienzeit kostenlos zu verlängern. Denn die Hochschulen wissen um die Problematik der Vereinbarkeit von Job und Studium.

Mit einem Präsenzstudium binden Sie sich etwas mehr als mit einem Fernstudium. Sie haben feste Termine für die Vorlesungen und Seminare, entweder abends nach Ihrem Job und/oder am Wochenende. Die Klausuren finden normalerweise ebenfalls in der Hochschule statt. Beim Fernstudium gibt es nur wenige Präsenzveranstaltungen und diese sind häufig noch nicht einmal verpflichtend.

Bei einem Präsenzstudium ist der Ablauf dadurch auch strikter, denn Sie müssen sich nach dem Stundenplan und nach den Seminaren richten, die im jeweiligen Semester angeboten werden. Im Fernstudium können Sie Module, auf die Sie gerade keine Lust haben, normalerweise problemlos zu einem anderen Zeitpunkt absolvieren. Dadurch können Sie auch Inhalte, die Ihnen nicht so liegen, auf einen Zeitpunkt legen, an dem Sie beruflich oder privat eine ruhige Zeit haben und sich daher mehr auf das Studium konzentrieren können.

Weitere Tipps für eine effektive Studienstrategie finden Sie in unserem Artikel über Zeitaufwand und Organisation.

Die einzelnen Module werden mit einer Prüfung abgeschlossen. In der Regel ist das eine Klausur, eine mündliche Prüfung oder auch eine Hausarbeit.

Im Laufe des Studiums können Sie normalerweise auch noch Schwerpunkte wählen, um sich noch weiter zu spezialisieren. Wenn Sie also schon im Vorfeld auf ein bestimmtes Feld hinarbeiten, sollten Sie auf jeden Fall die Studienverlaufspläne der unterschiedlichen Anbieter vergleichen. So gehen Sie sicher, dass auch die Inhalte angeboten werden, die Sie interessieren.

Am Ende des Studiums steht dann die Abschlussarbeit an – also entweder die Bachelor- oder die Masterthesis. Mit deren Bestehen bekommen Sie dann den Bachelor- bzw. den Mastertitel verliehen.

Fernstudium oder Präsenzstudium?

Studierende sitzen in einem vollen Seminarraum

Sie möchten berufsbegleitend studieren und wissen auch schon, in welchem Bereich Sie studieren möchten? Herzlichen Glückwunsch, damit ist der erste Schritt schon mal getan. Jetzt müssen Sie sich nur noch entscheiden, ob Sie ein Präsenzstudium möchten oder lieber ein Fernstudium suchen.

Prinzipiell ist der Ablauf bei beiden Studienformen gleich, beim Fernstudium sind Sie allerdings zeitlich noch flexibler, weil Sie sich Ihre Zeit komplett frei einteilen können und nicht zu bestimmten festen Terminen an der Hochschule sein müssen. Diese Terminfreiheit bei einem Fernstudium kann von Vorteil sein, wenn Sie beruflich sehr eingespannt sind und zum Beispiel im Schichtdienst arbeiten. So können Sie genau dann lernen, wenn es Ihnen passt und Sie müssen sich nicht zusätzlich mit Anfahrtswegen und Präsenzterminen stressen.

Aber genau diese Freiheit kann auch zum Nachteil werden – nämlich dann, wenn Sie sich alleine nicht gut motivieren können. Ohne verbindliche Termine fällt es vielen Studierenden schwer, sich nach einem langen Arbeitstag oder am Wochenende zum Lernen aufzuraffen. Diese Entscheidung müssen Sie allerdings für sich selbst treffen. Wir raten Ihnen, bei der Entscheidung ehrlich zu sich selbst zu sein, denn ansonsten ist es schade um die Zeit und eventuell auch das Geld.

Natürlich schützt das trotzdem nicht vor einem Studienabbruch. Dafür gibt es diverse Gründe, die man häufig auch nicht vorhersehen kann. Aber wenn Sie schon im Vorfeld wissen, dass Sie jemand sind, der lieber in Gemeinschaft lernt und einen gewissen Zwang durch Termine braucht, dann ist ein Fernstudium vielleicht nicht die richtige Wahl.

An welchen Hochschulen kann ich berufsbegleitend studieren?

Für Fernstudien gibt es Fernhochschulen, die sich auf diese Studienform spezialisiert haben. Allerdings kommen die Fernstudien-Anbieter vor allem aus Deutschland. In der Regel haben die Anbieter aber mittlerweile auch Standorte bzw. Studienzentren in Österreich, an denen Sie Präsenzzeiten und Prüfungen ablegen können.

Durch die Bologna-Reform und die Vereinheitlichung der Abschlüsse werden Bachelor- und Masterabschlüsse, die Sie an einer deutschen Hochschule abgelegt haben, auch in Österreich anerkannt.

Aber auch österreichische Universitäten und Hochschulen bieten berufsbegleitende Studien an. In unserer Hochschul-Datenbank werden Ihnen die passenden Anbieter angezeigt. Ebenso gibt es auch private Anbieter, bei denen Sie berufsbegleitend studieren können.

Wenn es für Sie gar kein akademischer Titel sein muss, sondern Sie sich auch mit einem Zertifikat zufriedengeben, erweitert sich die Auswahl an passenden Anbietern noch einmal mehr. Denn auch der Weiterbildungsmarkt ist sehr groß und bietet Ihnen viele Möglichkeiten, um die nächste Karrierestufe zu erklimmen.

Wie viel kostet das berufsbegleitende Studium?

Die Frage nach den Kosten für ein berufsbegleitendes Studium lässt sich nicht einheitlich beantworten. Denn die Spanne reicht von kostenlos bis hin zu mehreren tausend Euro.

An einigen öffentlichen Universitäten und Hochschulen in Österreich ist das Studium noch kostenlos, es muss nur der ÖH-Beitrag bezahlt werden, der im Jahr 2020 bei 20,20 Euro pro Semester liegt. Allerdings ist die Anzahl an entsprechend kostengünstigen Studien sehr gering. Die meisten Hochschulen nehmen den üblichen Studienbeitrag von 363,36 Euro pro Semester zuzüglich des ÖH-Beitrags.

An speziellen Fernhochschulen werden dagegen Studiengebühren erhoben, die deutlich höher ausfallen. Wenn Sie sich dafür entscheiden, sollten Sie sich im Vorfeld auf jeden Fall Gedanken über die entstehenden Fernstudium Kosten und die Studienfinanzierung machen, denn da können schnell bis zu 15.000 Euro für das gesamte Studium auf Sie zukommen.

Bin ich für ein berufsbegleitendes Studium geeignet?

Wenn Sie sich beruflich weiterentwickeln oder vielleicht auch noch mal einen neuen Weg einschlagen möchten, ist ein berufsbegleitendes Studium die optimale Lösung, um erst mal weiterhin zu arbeiten und so eine finanzielle Sicherheit zu haben.

Drei Studierende gehen eine Universitätstreppe hinunter

Aber Sie sollten auch wissen, dass ein Studium neben Beruf und Privatleben eine große Belastung sein kann. Wenn andere frei haben, müssen Sie an den Schreibtisch und lernen – obwohl Sie vielleicht schon den ganzen Tag gearbeitet und/oder jemanden betreut haben. Dazu kommt, dass dieser Zustand nicht nur ein paar Wochen oder Monate dauert, sondern mehrere Jahre bis zum Studienende vergehen.

Sie sollten also vor der Studienentscheidung auf jeden Fall ehrlich zu sich sein: Haben Sie die Motivation, sich über einen langen Zeitraum der mehrfachen Belastung von Studium, Beruf und Privatleben zu stellen? Die Fernhochschulen bieten in der Regel ein kostenloses Probestudium (meistens vier Wochen) an, sodass Sie zumindest kurz testen können, wie sich das Studium neben dem Beruf anfühlt.

Wie schon weiter oben im Text erklärt, müssen Sie sich auch entscheiden, ob Sie lieber ein Fernstudium oder ein berufsbegleitendes Präsenzstudium absolvieren – vorausgesetzt natürlich, dass es diese Wahlmöglichkeit in Ihrem Studienfach gibt.

Ein berufsbegleitendes Studium bietet auf jeden Fall eine riesige Chance.

Kann ich auch in Deutschland berufsbegleitend studieren?

Es ist kein Problem, Ihr Studium an einer deutschen Hochschule zu absolvieren, wenn Sie berufsbegleitend studieren möchten. Wenn Sie kein Problem damit haben, für Präsenzphasen regelmäßig nach Deutschland zu fahren (oder vielleicht sogar nah an der Grenze wohnen), haben Sie noch viel mehr Möglichkeiten für ein Studium, da die Hochschullandschaft in Deutschland noch größer ist.

Und auch um Ihren Abschluss müssen Sie sich keine Sorgen machen: Bachelor- und Masterabschlüsse sind durch die Bologna-Reform vereinheitlicht und werden sowohl in Deutschland als auch in Österreich gleichermaßen anerkannt.

Wenn Sie eine bestimmte Laufbahn anvisieren und zum Beispiel nach dem Studium noch eine spezielle Weiterbildung absolvieren möchten, kann es nicht schaden, sich bei der Hochschule zu erkundigen, ob das mit dem Studium möglich ist. Das betrifft zum Beispiel den medizinischen Bereich, in dem es Unterschiede geben kann zwischen Deutschland und Österreich.

Aber grundsätzlich gilt: Ein Bachelor- bzw. Masterabschluss zählt in beiden Ländern gleich und Sie müssen sich keine Sorgen um Ihre Fernstudium Anerkennung machen!

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